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Was zeichnet ein gutes 3D-Kamerasystem aus?

3D-Kamera

25.07.2018 | Information
Wer gute 3D-Fotos machen will, braucht ein 3D-Kamerasystem mit den richtigen Anforderungen. Nicht jede Kamera ist für Stereoskopie geeignet. Grundsätzlich kann man mit jeder Fotokamera oder Smartphone 3D Fotos machen. In einfachen Worten: Ein Foto für das rechte Auge und ein weiteres für das linke Auge, dann am Computer zusammenmontieren und anschließend als Anaglyphbild oder in andere 3D-Formate exportieren - Fertig. Das Foto zeigt ein 3D-Effect. Wer mehr zeigen möchte als nur ein 3D-Effect, der braucht ein gutes 3D-Kamerasystem.


Besonders in der Stereoskopie sind hohe Qualitätsansprüche zwingend notwendig. Wer ein schlecht umgesetztes 3D-Foto präsentiert, ruiniert die Augen des Betrachters. Das kann bei 2D-Fotos nicht passieren. Deshalb gelten stereoskopische Bilder als die anspruchsvollste Kunstform in der visuellen Wahrnehmung.

Das menschliche Sehen ist der Maßstab in der Stereoskopie. Für eine gute Aufnahme geht es darum, beide Kameras so einzustellen, damit sie das Menschliche Sehverhältnis nachgeahmt wird. Dazu werden zwei baugleiche Kameras, welche auf ein Rig montiert sind, gebraucht. Folgende Mindestanforderungen sollte ein gutes 3D-Kamerasystem erfüllen:

  • Voller manueller Zugriff auf Verschlusszeit, ISO, Blende, Farbtemperatur und Schärfe. Verlasse dich nicht auf die Automatik der Kamera. Wenn eine Kamera nur geringe Abweichungen in den Aufnahmeeinstellungen hat, ist das 3D-Foto unbrauchbar.
  • Bildspeicherformat in Raw und JPG in 100% Qualität. Im Raw-Format werden alle Bildinformationen verlustfrei gespeichert und ermöglichen dadurch eine hohe Flexibilität in der Nachbearbeitung.
  • Mindestens 18 Megapixel Sensor. Das entspricht 5.184 x 3.456 px. Eine hohe Auflösung ist ein guter Ausgangspunkt für Qualität, besonders wenn man für 3D-Fernseher oder Projektionen Bilder präsentieren möchte.
  • Zwei Baugleiche Objektive mit Festbrennweite welches so wenig Verzeichnis wie möglich aufweisen und ein gerades Blickfeld von 45 Grad ermöglichen. Nur bei Objektiven mit Festbrennweite wird gewährleistet, dass der Bildausschnitt dem anderen gleicht. Ganz wichtig ist es, das diese Objektive keine Krümmung im Bild aufweisen. Würde man zwei verbogene Bilder zu einen 3D-Bild montieren wollen, würden Störungen am Bildrand auftreten.
  • Eine Zuverlässige manuelle Schärfeneinstellung, die man am Sucher prüfen kann. Eine Digitalzoomfunktion am Display ist sehr wichtig oder es gibt eine analoge Bildübertragung in der Augenmuschel.
  • Ein Stabiles 3D-Rig damit die Kameras absolut horizontal montiert werden können und auch eine Vergenz eingestellt werden kann. Ein 3D-Kamerasystem sollte Transportfähig sein, so das es sich in ihrer Position verstellt. Ansonsten muss bei jeden Foto eine neue Kalibrierung durchgeführt werden.

Nice to have:

  • Ein Synchronkabel als Auslöser oder eine zuverlässige Funkfernbedienung. Um die Zuverlässigkeit zu testen, fotografiere ein Wasserfall oder ein Springbrunnen. Sind die Bilder dann in Ordnung, dann hast du gutes Auslösesystem.
  • Hochwertiger Kamerabody mit einer sehr guter ISO-Qualität für gelungene Aufnahmen mit wenig Licht.
  • Ein Messgerät welches über- und unterbelichtete Stellen im Bild anzeigt (Histogramm, Zebra)
  • Hochwertige Objektive die sich auch in Lichtstärke und Schärfe auszeichnen.
  • Ein flexibles 3D-Rig mit variabler Basis.

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