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Welche Zukunft hat die Stereoskopie?

Welche Zukunft hat die Stereoskopie?

04.05.2019 | Information
Die Stereoskopie ist eigentlich so alt wie die Fotografie selbst. Schon zur Jahrhundertwende hat man Stereoskopen entwickelt, um dreidimensionale Bilder zu sehen. Das Prinzip der Stereoskopie, das man für jedes Auge getrennt ein Bild angezeigt, hat sich nicht geändert. Der technische Fortschritt erlaubt es nun auch 3D-Inhalte in hoher Qualität auf einen Fernseher anzuzeigen. Trotzdem konnte sich diese 3D-Technologie nicht in der breiten Masse durchsetzen. Was ist geschehen?


Die Medienverlage

Als im Jahre 2008 die ersten 3D-Fernseher auf dem Markt kamen, gab es zunächst ein Hype für diese Technologie, welches aber schnell abflachte. Es gab nur eine Handvoll gute 3D-Filme, welche man ansehen konnte. Die großen Medienverlage wollten das Ändern und mehr 3D-Filme zur Verfügung stellen. Sie wandelten erfolgreiche Blockbuster und sehenswerte Doku-Filme, die ursprünglich monoskopisch produziert wurden, in 3D-Filme um. Die Qualität der 3D-Filme wahr oftmals so schlecht umgesetzt, das es soweit gekommen ist, das dem Zuschauer in kurzer Zeit die Augen weh taten. Der Anteil von schlecht umgesetzten 3D-Medien war und ist so hoch, das nur gefühlte 10% eine gute stereoskopische Qualität haben. Für den Konsumenten ist das Ärgerlich. Man kauft eine 3D-Blu-Ray und stellt dann zu Hause fest, dass es sich um ein schlecht umgesetztes Fake-3D-Film handelt. Bei Medien ist es nun mal so, dass das Risiko, wenn der 3D-Film einem nicht gefällt, der Konsument tragen muss. Bei einer Reklamation kann man die Blu-Ray nicht einfach so zurückgeben. Gekauft ist gekauft. Man müsste also dem Konsumenten, wie bei Musik-CDs, eine Möglichkeit geben das Produkt zu testen, bevor man es kauft. Es ist also kein Wunder das die Konsumenten die Finger von 3D-Filmen lassen, wenn das Risiko zu hoch ist ein schlechtes Produkt zu erhalten, welches man nach dem Kauf nicht mehr reklamieren kann.

Die TV-Hersteller

Demzufolge war das Interesse an 3D-Filmen stark rückläufig, sodass es auch die TV-Hersteller bemerkt hatten. Marktanalysen haben ergeben, dass es dem meisten Kunden egal sei ob ihr neuer Fernseher eine 3D-Funktion hat. Wenn es nichts extra Kostet, dann gerne, ansonsten reicht ein einfacher Fernseher. Ein 3D-Fernseher war damals nicht teurer als ein Normaler. Ein 3D-Fernseher unterscheidet sich nur von einem Normalen Fernseher, in dem es eine zusätzliche Plastikfolie auf dem Monitor geklebt wurde, welches die einzelnen Pixelzeilen duch vertikale und horizontale Lichtwellen trennt. Eine Software trennt das Bild in diesen abwechselnden Pixelzeilen für das jeweilige Auge des Betrachters. Mit einer Pofilterbrille kann man das verschwommene 3D-Bild auf dem Monitor wieder scharf sehen und das mit 3D-Tiefenwirkung. Dasselbe Prinzip wird auch in Kinos verwendet, welche 3D-Filme präsentieren. Obwohl der 3D-Fernseher nicht wesentlich teurer war, hat ein Fernseher Hersteller nach dem andern auf das zusätzliche Feature von 3D in weiteren Produktionen verzichtet und keine Weiterentwicklung mehr im 3D Bereich vorangetrieben.

Die Zukunft der Stereoskopie

Solange der Mensch noch zwei Augen hat und sich an visuellen Erlebnissen erfreuen kann, solange hat Stereoskopie eine Zukunft. Nichts ist intensiver als eine 3D-Visuelle Wahrnehmung. Diese muss aber korrekt wiedergegeben werden. Wer gute 3D-Medien produzieren möchte, muss die Anatomie des Sehens verstehen. Es reicht nicht einfach mal zwei Kameras herzunehmen, damit zu Filmen oder zu Fotografieren und dann zu meinen, man hat gutes Ergebnis erzielt. Der Blickwinkel und der Kameraabstand zueinander welches die Tiefenwahnehmung ermöglicht muss im optimalen Verhältnis so gesetzt werden, das der Zuschauer das Gefühl bekommt mitten im Bild zu sein. Erst wenn alle Richtlinien von 3D-Medien richtig umgesetzt worden sind, dann kann man sich darauf verlassen das es bei den Zuschauern eine hundertprozentige Zustimmung bekommt. Die Qualität eines 3D-Bildes kann man technisch gesehen objektiv beurteilen, das Motiv selbst allerdings nur subjektiv. Was müsste also geschehen damit die Stereoskopie wieder eine höhere Reichweite hat?

Ein Qualitätssiegel für 3D-Medien

Unabhängige Qualitätssiegel auf einer Verpackung können den Konsumenten eine gute Orientierung über ein Produkt geben. Ist ein entsprechendes Logo auf ein Produkt vorhanden, dann weiß der Konsument das es sich um geprüfte Qualität handelt. Für 3D-Medien wäre solch ein Qualitätssiegel zwingend erforderlich, um das Vertauen in das Produkt herzustellen, damit die Kaufentscheidung erleichtert wird. Ansonsten sollte man den Kunden die Möglichkeit geben, das 3D-Medium zu testen, bevor man es kauft.

Neue technische Ausstattungen für den 3D-Fernseher

Jeder moderner Fernseher der heutigen Generation ist bereits mit Smart-TV ausgestattet. Mit einer Auswahl von Apps kann man weitere Inhalte ansehen, welches man sonst nur über Satellit, Antenne oder Kabel empfangen kann. Mit einer Applikation welches 3D-Inhalte über einen Internetserver streamt währe schon ein großer Fortschritt. Dort können die neuesten 3D-Filme beworben werden oder man könnte einige Kurzfilme in 3D präsentieren, damit der Fernsehzuschauer auch dann 3D erleben kann, auch wenn man keine 3D-Blu-Ray zur Verfügung hat. Auch sollte die 3D-Kalibrierung auf Fernseher so angepasst sein, wie es der Monitorgröße entspricht. Die meisten 3D-Blu-Ray hat man auf ein Kinoformat kalibriert. Dort ist es wichtig, dass das Bild eher nach vorne montiert ist. Bei einem 3D-Fernseher gibt es bessere Ergebnisse, wenn man in den Monitor hineinblickt. Die Nullebene sollte deshalb am besten sich exakt auf der Monitorebene befinden. Des weiteren könnte man noch 3D-Treiber für PC und Mac zur Verfügung stellen um beispielsweise OpenGL-Spiele in 3D erleben zu können oder um eigene 3D-Inhalte entwickeln zu können.

TV-Sendungen in 3D

Es gibt bereits technische Möglichkeiten, Sendungen in 2D und in 3D gleichzeitig auszustrahlen. Wer nur ein normalen Fernseher hat, sieht die Sendung in 2D während diejenigen die ein 3D-Fernseher haben, die Sendung auch stereoskopisch ansehen können. Das wäre also dasselbe Prinzip wie bei der Audioübertragung. Wer Stereo hat, der erlebt Stereo. Wer kein Stereo hat, der kann die Sendung auch in Mono verfolgen. Somit ist eine nominale Reichweite einer Sendung garantiert, unabhängig davon in welcher Performance der Zuschauer es sehen will.

Autostereoskopische Technologien

Künstliche 3D-Bilder ohne Brille zu erleben, ist das langfristige Ziel in der Stereoskopie. Es gibt bereits Prototypen von 3D-Monitoren die ein gutes 3D-Bild anzeigen, jedoch sind diese autostereoskopische Monitore noch zu teuer. Um diese Billiger zu machen, müsste man hohe Stückzahlen produzieren. Vielleicht finden sich in naher Zukunft Investoren zusammen die den Mehrwert dieser Technologie erkennen werden und dies einer breiten Masse zum Verkauf anbieten.